Rudi Restermann auf Facebook (mit seiner freundlichen Genehmigung)

Lange habe ich überlegt, überhaupt noch etwas zu den US-Wahlen zu schreiben. Aber ganz ohne geht es nicht, und Vorsicht: Das ist wieder ein Text, der weder denen gefallen wird, die den hiesigen Medien alles ungeprüft glauben, noch denen, die überall Verschwörung gegen Trump riechen.


In unerwarteter Eintracht feiern derzeit militärisch-industrieller Komplex, die marxistischen Antifa/BLM und die meisten westlichen Medien das Ende des Präsidenten Trump, der nach seinen Fehlern im Corona-Management die nächste Riesendummheit beging, direkt neben dem Kapitol genau zu der Zeit, in der die letzte kleine theoretische Chance bestand, wegen vermeintlichen oder wirklichem Wahlbetrug parlamentarisch Einfluss zu nehmen, eine Massenveranstaltung abzuhalten.

Etwas, das sich bekanntlich oft nicht kontrollieren lässt, auch wenn man die Teilnehmer in seinen Schlussworten bittet, friedlich nach Hause zu gehen.


Aber fein der Reihe nach.


Anfang November fuhr Trump fünf Millionen mehr Stimmen ein als der bisherige Rekordhalter Barak Obama bei dessen Erdrutschsieg zur zweiten Präsidentschaft. Wird selten kommuniziert, dieser Aspekt.


Als die Wahllokale weitgehend nur noch in den traditionell eng umkämpften Swing Staaten offen waren und Trump vorn lag geschah etwas bislang in der Ära des Fernsehens noch nie Dagewesenes: Die Wahllokale schlossen in diesen umkämpften Staaten.


Angeblich jedenfalls. Denn es tauchten später etliche Zeugenaussagen und Videos aus Überwachungskameras aus, dass, nachdem die republikanischen Wahlbeobachter mit der Aussage „Wir machen für heute Schluss“ sich nach Hause komplimentieren ließen, vielerorts drinnen offenbar emsig weitergearbeitet wurde.

Über das „wie“ kann man nur mutmaßen, jedenfalls gibt es Videos in guter Bildqualität in denen zu sehen ist, wie Koffer mit Stimmzetteln aus Schränken geholt wurden und teilweise gleich mehrfach durch die Maschinen gezogen wurden. Und Statistiker, die es für unwahrscheinlich halten, dass nach Schluss der Wahllokale plötzlich in etlichen Wahllokalen vornehmlich nur noch Stimmen für Biden auftauchten.


Die Liste der Vorwürfe wegen vermeintlicher oder echter Wahlmanipulation ist lang, es bringt jetzt aber nichts, das alles zu wiederholen. Das wird sicher noch Gegenstand von Gerichtsverfahren werden, die die Präsidentschaft von Biden voraussehbar stark belasten werden.


Wie dem aber auch sei. Als die republikanischen Wahlbeobachter aus ihrem unschuldigen Schlummer erquickt erwachten, hieß der Wahlgewinner Joe Biden. Der farblose Apparatschik, dessen Veranstaltungen zusammen mit der bis vor kurzem außerhalb San Franziskos weitgehend unbekannten Kamela Harris zumeist leer waren oder mangels Zuspruch gleich komplett ausfielen, hatte Trump um fünf Millionen Stimmen geschlagen. Also noch einmal die gleiche Anzahl von Stimmen draufgelegt, mit der Trump den bisherigen Rekordhalter Obama bei dessen Erdrutschsieg übertrumpft hatte.

Oder, anders ausgedrückt: Der farblose Biden ist zehn Millionen Stimmen beliebter als Obama es auf dem Höhepunkt seiner Beliebtheit war – trotz eines weitgehend ausgefallenen Wahlkampfes auf seiner Seite. Und trotz eines Donald Trumps, der seinerseits bereits fünf Millionen Stimmen zugelegt hatte.


Man kann den guten Blaise Pascal, den Erfinder der Wahrscheinlichkeitsrechnung, nicht mehr fragen, was er dazu sagen würde. Aber es gibt einige seiner Jünger, die daran zweifeln, dass das wahrscheinlich ist. Aber unwahrscheinlich heißt ja nicht unmöglich.
Dazu gab es natürlich auch gleich etliche Hearings und Anträge bei Gericht. Ich kenne das amerikanische Recht nicht ausreichend, aber dass Versuche, vor Gericht zu ziehen, allesamt wegen mangelnder Klageberechtigung oder Zuständigkeit des angerufenen Gerichts abgewiesen wurden – und damit nicht zur Entscheidung angenommen, aber eben nicht entschieden wurden, was den meisten deutschen Medien irgendwie entging – deutet nicht gleich wieder auf eine Verschwörung hin, sondern auf schlechte Vorbereitung und Recherche von Trumps Anwälten.


Damit drängte dann alles auf den 6. Januar hin, auf die unselige Massenveranstaltung direkt vor dem Kapitol. Wenn man darüber spricht, sprechen muss, so wie Trump die Wahlniederlage unter diesen Umständen ebenso empfand wie die Mehrzahl seiner Parteimitglieder, dieses Reizthema logischerweise erwähnen muss, dann weckt das in einer solchen Menschenmenge Emotionen, die nicht kontrollierbar sind. Anders als die deutschen Medien, die sich drauf verlassen, dass das Englisch ihrer Leser und Zuschauer nicht ausreicht, sich die Sachen im Original anzuschauen, hat Trump aber keine „Hassrede“ gehalten, sondern über den von ihm so empfundenen Wahlbetrug gesprochen. Und abschließend die Menschen aufgefordert, friedlich nach Hause zu gehen.


Das ist demokratisch völlig legitim. Aber an dem Ort zu der Stunde unsagbar dämlich.

Wir wissen, wie es kam, eine Menge setzte sich zum Kapitol in Gang und konnte unwahrscheinlich leicht die Absperrungen überwinden, etwas, das den Chef der Kapitol-Polizei bereits den Job gekostet hat.

Anstatt eines vernünftigen Polizeikordons erprobter Kräfte, wie man kürzlich das Parlament gegen einen Antifa-Aufmarsch professionell gesichert hatte wirkte das Ganze eher so, als wenn man nur ein paar friedliche europäische Touristen vom Betreten des Geländes abhalten wollte, weil grad keine Besichtigungszeit war.

Oder, anders ausgedrückt: Ein Bundesligaspiel HSV gegen Werder wird besser gesichert.


Hat niemand damit gerechnet, dass die Veranstaltung der Kontrolle entgleitet?

Das kostete jedenfalls mehreren Menschen das Leben und Trump endgültig die Präsidentschaft, wir kommen gleich dazu.


Eine Army-Veteranin wurde erschossen, weil sie mit einen 60-Liter-Rucksack in Richtung Sitzungssaal vordrängte, in dem alles hätte sein können. Der Sicherheitsbeamte hatte keine Chance, den Inhalt des Rucksacks zu prüfen und handelte so wie er trainiert wurde, um Terroranschläge abzuwehren.

Andere von der Menge totgetrampelt, haben in der Aufregung einen Herzinfarkt bekommen oder, wie ein Polizist, wurden von einem geworfenen Feuerlöscher erschlagen.


Ja, aber … das war doch die Antifa, liest man in den Gruppen der Trump-Supporter. Ja, es gibt da Ungereimtheiten. Einer der Herren in der ersten Reihe, der rechts neben dem Mann mit dem auffälligen Wikingerhelm, beispielsweise hat sich Hammer und Sichel auf den Handrücken tätowieren lassen.

Ich kenne genügend US-Bürger um zu wissen, dass ein Republikaner das nicht tut und sich auch kaum ein Demokrat sich mit diesem Symbol der Unfreiheit verunstalten würde. Und ja, auch der Pseudo-Wikinger ist eine fragwürdige Figur, wurde er doch schon auf Antifa-Veranstaltungen und Klima-Demos fotografiert, nicht gerade der typische Aufenthaltsort für Republikaner. Man kann ihn aber leider nicht befragen, er ist abgetaucht.

Aber genauso finden sich reichlich Personen aus Reihen der Trump-Unterstützer, begonnen bei der erschossenen Veteranin oder zumindest einem Mann, der Trumps direkten Umfeld zugeordnet wird. Um nur zwei zu erwähnen, die Liste lässt sich verlängern.


Nun hat es in der Geschichte schon mehr als eine false flag-Aktion gegeben, um Stimmungen zu erzeugen und politische Zwänge vorzutäuschen. Aber hätte es diese Veranstaltung an diesem Ort nicht gegeben, wäre es nicht möglich gewesen.

Wenn es denn überhaupt eine false flag war und nicht nur eine blöde Menge, die einfach ungeplant im Herdenreflex voranstürmt.


Jetzt kommen wir endlich zur absoluten Dämlichkeit, dort diese Veranstaltung zu diesem Zeitpunkt abzuhalten. Denn im Moment, als die Menschen in das Kapitol stürmten, stand gerade welcher Tagesordnungspunkt auf der Agenda?

Richtig: Die Einsprüche zahlreicher Senatoren wegen der Unregelmäßigkeiten bei der Wahl. Die letzte legale Möglichkeit für Trump, die von ihm vermuteten Betrügereien parlamentarisch festschreiben zu lassen und theoretisch seine Präsidentschaft noch zu retten.


Was nach dem Sturm auf das Parlament ausfiel. Die Sitzung wurde nach Räumung des Hauses fortgesetzt und der Tagesordnungspunkt von den entsprechenden Senatoren unter dem Eindruck der Ereignisse fallen gelassen.

Abschließend noch ein paar Voraussagen …


Die Präsidentschaft von Biden wird mit etlichen Klagen wegen Unregelmäßigkeiten bei der Wahl belastet werden. Ausgang nicht vorhersehbar.


Man wird versuchen Trump ins Gefängnis zu werfen. Das wird die USA nahe an einen Bürgerkrieg bringen.
Ach, und leider: Mal schauen, wo der erste neue Krieg angezettelt wird und ob die politische Linke dann immer noch frohlockt. Obamas Rekord von 26.000 abgeworfenen Bomben in seiner Amtszeit ist noch aufzuholen.

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