Fragen über Fragen, kann das Folgende die so genannte Meinungsvielfalt darstellen?

Stellt euch vor, ihr scrollt durch X und stolpert über die Süddeutsche Zeitung, die mal wieder ihr Markenzeichen auspackt: Faktenakrobatik auf höchstem Niveau. Innerhalb eines Tages schafft es die SZ, Daniel Günther, den Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, erst zum Zensur-Fanatiker zu stempeln und dann panisch zurückzurudern. Quantenjournalismus live erleben – mal für ein Verbot, mal nicht so doll dafür.

  • Dienstagabend, 18:37 Uhr: „Schleswig-Holsteins Ministerpräsident ‚Nius‘ verbieten, ‚Nius‘ verbieten! Kritik zu Unrechtlassung von Daniel Günther. Was werden die Gerichte dazu sagen?
  • Donnerstag, 15:26 Uhr – die Kehrtwende! „Der sz-Holsteinische Ministerpräsident hat kein Verbot gefordert. Günther apeserwähnt Daniel Günther ein paar Zeilen später: „Man könnte es so verstehen, wenn man wollte.“ Äh, ja genau – wenn man den ersten Tweet gelesen hat! Die SZ windet sich wie ein Aal: „Kein Verbot, nur ein bisschen Druck, ihr Spinner.“ Und natürlich hinter Paywall, damit nicht jeder die Blamage mitkriegt
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Das Ganze erinnert an den Klassiker: „Das Haus brennt!“ – „Feuer? Nee, nur warm hier.“ Die SZ tanzt den Wendehals-Walzer, dreht sich im Kreis, bis niemand mehr weiß, was eigentlich los war. Moral von der Geschicht’? Journalismus ist, wenn man heute links abbiegt und morgen meint: „Rechts? War nie geplant!

Ach, Süddeutsche, Du unverbesserliche Chaotin – nächstes Mal gleich zwei Tweets auf einmal, dann sparst du dir die Kehrtwende.