Radio Corax und die AfD

Ein „Freies Radio“ definiert sich historisch als Gegenöffentlichkeit. Es versteht sich als Sprachrohr derer, die im Mainstream kein Gehör finden, als unabhängig, rebellisch und staatsfern. Wie aber passt dieses hehre Selbstbild zu der Tatsache, dass ein nicht unerheblicher Teil der Finanzierung aus eben jenem staatlichen oder halbstaatlichen System stammt, dem man sich eigentlich entgegenstellen will? Im Fall des halleschen Senders fließen Gelder der Landesmedienanstalt, gespeist aus den verpflichtenden Rundfunkbeiträgen der Bürger.

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Nach dem Anschlag: AfD das größte Problem?

Vielleicht hätte man den CSD einfach in den Januar legen sollen – möglichst weit entfernt von wichtigen Wahlen. Dann müsste sich offenbar niemand darüber sorgen, dass ein Anschlag die politische Stimmung beeinflusst. Diese Schlussfolgerung ist natürlich absurd. Aber genau deshalb zeigt sie, wie grotesk die Prioritäten dieser Berichterstattung gesetzt werden.

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Präzise Fragen – und keine einzige konkrete Antwort

Solange er dazu nicht bereit ist, bleibt der Eindruck bestehen, dass der Beitragszahler zwar zahlen soll, aber bei unangenehmen Fragen mit professionell formulierten Textbausteinen abgespeist wird.
Das ist kein überzeugender Umgang mit öffentlichem Geld.
Und es ist erst recht kein überzeugender Umgang mit der Öffentlichkeit.

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„Lang lebe Stalin“?

Eine Diktatur wird nicht besser, weil sie rote Fahnen trägt. Ein Lager wird nicht menschlicher, weil es im Namen einer angeblich besseren Zukunft errichtet wird. Eine Mauer wird nicht demokratischer, weil sie sich „antifaschistisch“ nennt. Und politische Gewalt wird nicht moralisch, nur weil sie mit dem Wort „Revolution“ geschmückt wird.

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Bärbel Bas und der politische Frust eines Bürgers

Ich will Politiker, die Probleme benennen. Klar. Ehrlich. Ohne Theater. Ohne moralische Keule. Ohne doppelte Maßstäbe. Bärbel Bas steht für mich derzeit für das Gegenteil. Und genau deshalb richtet sich mein politischer Frust gegen sie als politische Person und gegen ihre Aussagen. Nicht, weil ich beleidigen will. Sondern weil ich nicht mehr bereit bin, solche Aussagen einfach hinzunehmen.

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Gedanken zum 08.5.1945: Deutsche Opfer

Auch deutsche Städte wurden zerstört. Familien verloren ihre Väter, Söhne, Brüder und Freunde. Millionen Menschen waren auf der Flucht. Nach dem Krieg wurden Deutsche aus ihrer Heimat vertrieben. Sie verloren ihre Häuser, ihre Dörfer, ihre Gräber und ihre Erinnerungen. Viele starben auf den Trecks, in Lagern, an Hunger, Kälte, Krankheit und Gewalt. Frauen und Mädchen wurden vergewaltigt. Menschen wurden erschlagen, misshandelt, gedemütigt oder einfach ihrem Schicksal überlassen.

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Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein.


Kurt Tucholsky


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