Manchmal braucht es nur wenige Sätze, um sich selbst zu entlarven. Axel Steier, Sprecher der Organisation Mission Lifeline, hat mit einem Tweet vom 17. Dezember 2022 genau das getan.

Dort verkündete er sinngemäß, dass es in 50 bis 100 Jahren „keine Weißbrote mehr“ geben werde, weil Nachkommen sich für Partner entschieden, die nicht weiß seien. Er feierte dies als „Enthomogenisierung der Gesellschaft“ und fügte hinzu: „Ich unterstütze das mit meiner Arbeit.“

Quelle: Tweet auf X vom 17.12.2022 (Zitatrecht gem §51 UrhG)

Das ist kein missverständliches Wortgeplänkel, sondern eine bewusst gewählte Provokation. Wer Menschen auf die Vokabel „Weißbrot“ reduziert, macht sich nicht nur der sprachlichen Verrohung schuldig, sondern zeigt ein äußerst fragwürdiges Verständnis von Respekt. Hier spricht kein nüchterner Intellektueller, sondern ein Hetzer, der lieber auf billige Schlagworte setzt als auf eine durchdachte Argumentation.

Steier präsentiert sich als Kämpfer für Menschlichkeit auf hoher See – und degradiert gleichzeitig Millionen Menschen durch eine abfällige Metapher.

Diese Diskrepanz ist so offensichtlich, dass sie kaum übersehen werden kann. Wer in der Öffentlichkeit Verantwortung trägt, sollte wissen, dass Worte Gewicht haben. Doch hier dominiert nicht die Vernunft, sondern ein polemischer Überschwang, der weder ethisch, moralisch noch gesellschaftlich tragfähig ist.

Der Tweet mag rechtlich von der Meinungsfreiheit gedeckt sein. Aber er dokumentiert eine Haltung, die spaltend wirkt und die Arbeit einer ganzen Organisation in Misskredit bringt. Ein Mensch, der sich in solch abwertender Weise äußert, zeigt vor allem eines – dass seine intellektuelle Befähigung dort endet, wo differenziertes Denken gefragt wäre.