Erich Lepkowski: Fallschirmjäger, Rekordhalter und Kameradenretter

Erich Lepkowski, geboren am 17. September 1919 in Giesen bei Königsberg in Ostpreußen, war ein Offizier der Luftwaffe und später der Bundeswehr, der durch außergewöhnliche Tapferkeit und sportliche Leistungen auffiel. Er diente als Fallschirmjäger an allen großen Fronten des Zweiten Weltkriegs und stellte nach dem Krieg einen Weltrekord im Nachtsprung auf.

Militärkarriere im Krieg

Lepkowski trat 1938 ins Infanterie-Regiment 1 in Königsberg ein und wurde 1940 zum Fallschirmspringer ausgebildet. Sein erster Einsatz führte ihn 1941 nach Kreta, wo er in der Kampfgruppe von Oberst Alfred Sturm kämpfte; später folgte der Wolchow-Abschnitt an der Ostfront als Spähtruppführer. Ab 1943 kommandierte er die 5. Kompanie des Fallschirmjäger-Regiments 2 in Südrußland, Italien und Afrika, erhielt das Deutsche Kreuz in Gold und wurde 1944 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.

Höhepunkt war die Befreiungsaktion bei Brest im August 1944: Lepkowski führte mit 40 Freiwilligen einen Stoßtrupp 120 km hinter feindlichen Linien, befreite 130 bis 144 gefangene deutsche Fallschirmjäger von französischen Partisanen (FFI) und nahm 15 bis 21 Bewacher gefangen. Die Einheit kehrte ohne eigene Verluste (außer drei Leichtverwundeten) zurück; Lepkowski wurde daraufhin zum Oberleutnant befördert. Kurz darauf fiel er schwer verwundet in Brest aus, verlor ein Auge und überlebte als Kriegsgefangener in US-Lazaretten.

Nachkriegszeit und Rekord

Nach dem Krieg diente Lepkowski ab 1960 in der Bundeswehr-Fallschirmjägertruppe und stieg bis zum Oberstleutnant auf; er ging 1974 in den Ruhestand. 1964 stellte er mit 45 Jahren einen Weltrekord auf: Ein Nachtsprung aus über 8000 Metern über Flugplatz Ahlhorn bei −35 °C, mit 7500 Metern Freifall (150 Sekunden, 180 km/h), durch eine Eiswolke ohne Sicht – der Schirm öffnete sich erst in 500 Metern Höhe.

Herr Lepkowski starb am 31. Mai 1975 in Braunschweig. Seine Biografie zeigt einen Soldaten, der Pflicht und Mut verkörperte, ohne je mit Kriegsverbrechen in Verbindung gebracht zu werden.
Die Tatsache, dass er für ein verbrecherisches Regime gedient hat, darf in meinen Augen seine Leistung nicht schmälern. Ich denke nicht, dass wir heute uns in die Gedankenwelt der Menschen, die vor fast 100 Jahren und mehr geboren wurden, versetzen können – oder dürfen.