Es ist doch wirklich herrlich zu sehen, mit welcher nostalgischen Hingabe sich die Politik heute wieder um unser aller Wohlergehen kümmert. Endlich wird uns die lästige Freiheit abgenommen, Preise selbst auszuhandeln.

Wer braucht schon einen freien Markt, wenn man die wohlige Wärme staatlicher Bevormundung spüren kann? Es ist ein Triumph der sozialen Gerechtigkeit, wenn das Wohnen nicht mehr durch Angebot und Nachfrage, sondern durch die weise Feder eines Bürokraten geregelt wird.

Das Schönste daran ist jedoch die Effizienz, mit der hier gearbeitet wird. Warum sollten sich unsere hochbezahlten Volksvertreter auch die Mühe machen, völlig neue, komplexe Gesetze zu entwerfen?

Das wäre reine Zeitverschwendung. Wir haben doch in der deutschen Geschichte bereits mehrfach erlebt, wohin umfassende staatliche Preisregulierung führen kann.

Schon 1936 gab es mit der Preisstoppverordnung – einschließlich einer Mietpreisobergrenze – ein Beispiel für staatlich verordnete Preisfixierung. Sie war Teil eines autoritären Systems, das wirtschaftliche Freiheit systematisch einschränkte.

Man muss den damaligen Machthabern eines lassen: Wenn es darum ging, die Wirtschaft an die kurze Leine zu nehmen, gingen sie mit bemerkenswerter Konsequenz vor – mit den bekannten, historisch desaströsen Folgen.

Damals glaubte man, den Bürger vor der angeblichen Gefahr schützen zu müssen, sein Geld nach eigenem Ermessen auszugeben.

Es ist bemerkenswert zu sehen, wie solche Instrumente staatlicher Detailsteuerung heute wieder an Attraktivität gewinnen. Warum also das Rad neu erfinden? Eine historische Blaupause für weitreichende Eingriffe liegt schließlich bereits vor.

Bekanntlich führte diese Politik nicht zu blühenden Wohnungsmärkten, sondern zu Substanzverfall und Investitionshemmnissen – ein Ergebnis, das man zumindest im Blick behalten sollte, wenn man ähnliche Maßnahmen diskutiert.

Man könnte das alte Gesetz theoretisch eins zu eins übernehmen. Der Text stand, die Logik war simpel, und die Wirkung ist historisch dokumentiert.

Um den Geist der heutigen Zeit zu treffen, bräuchte es vermutlich nur eine formale Modernisierung. Wenn man die Mietpreise sprachlich zeitgemäß deckelt, wirkt der Eingriff gleich fortschrittlicher.

Ein Gesetz, das tief in den Markt eingreift, aber sprachlich niemanden ausschließt – das wäre dann wohl die neue Definition von Modernität.

Ein Hoch auf die Planwirtschaft – sie sieht im neuen Gewand fast so aus wie eine gute Idee.